top

Schneidige Indianer

Klettern an den Sonnenwänden

Der Atem stockt einem, so steil und unvermittelt fällt eine glatte Mauer aus Riffkalk 100 bis 200m in die Tiefe. Doch damit nicht genug. Dort wo die Felswände ansetzen, fällt ein mächtiger Hochwald weiter in einem einzigen großen Wurf 800m tief hinunter ins Strubtal. Die Ausgesetztheit und gleichzeitig der einzigartige Rundblick lädt zum verweilen ein. Im Südwesten blinken die Gletscher der Hohen Tauern: Großer Venediger, Kitzstein- und Wiesbachhorn lassen grüßen. Im Süden baut sich die schattige Nordseite der Loferer Steinberge auf und im Südosten reihen sich die blockigen Gipfel der Berchtesgadener Alpen bis hin zum Steinernen Meer aneinander. Im Norden kann man bei klarer Sicht das Bayerische Meer ausmachen: den Chiemsee. Was für ein Ort: Freiräume, Tiefe und Weite.

Von Süden betrachtet schlängelt sich diese Felsmauer ca. 10km von der Waidringer Steinplatte bis hin zum Lachfeldkopf hoch über Lofer. Dies sind die Sonnenwände. Ein Paradies für Sportkletterer mit zahlreichen genussvollen aber auch extrem schwierigen Routen. Die hier aufgeführten Routen beschreiben die von uns erschlossenen Erstbegehungen. Wir hatten das Glück, dass wir damals (ab 1988) auf teilweise völlig unerschlossenes Felsenterrain stießen und sich eine Unzahl von Kletterlinien anbot. Wir pickten das für uns Machbare heraus und erlebten in dieser einzigartigen Felswelt wunderbare Tage. Jedesmal wenn wir dort oben waren, so schien es, als würden wir eine Tür öffnen um den Alltag zu verlassen um Körper und Geist zu erneuern.